Ama – warum die körpereigenen Schlacken krank machen | Ayurveda-United.de
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Ama – warum die körpereigenen Schlacken krank machen

Es gibt auf der ganzen Welt werden Menschen mit chronischer Verstopfung, Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto (Schilddrüsenentzündung), Asthma, Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis, Arthritis (Gelenkentzündung), Arthrose, Neuritis (Nervenentzündungen), verstopfen Arterien und vielen anderen Beschwerden.

Haben Sie sich jemals gefragt, warum bestimmte Beschwerden und körperliche Probleme offensichtlich so schwer behandelbar und kaum heilbar sind? Keine Heilmittel, Massagen oder Medikamente scheinen zu wirken.

Das Ayurveda schreibt die Ursache vieler dieser Erkrankungen vorallem einem Phänomen zu: Ama. Ama ist ein Sanskritwort und bedeutet so viel wie roh, ungekocht, unreif, unverdaut. Bestimmte Krankheiten sind offensichtlich kaum auszuheilen, da “Ama” (giftige Schlacken und Ansammlungen im Köper) dies behindert. Die “Katze beißt sich in den Schwanz”. Diese giftigen Ablagerungen können Krankheiten forcieren. Falsche Ernährungs- und Lebensweise und Bewegungsmangel lassen den Körper noch mehr Ama produzieren.

 

Wie entsteht Ama?

Es gibt viele Gründe, warum sich Ama bildet und daher muss es zunächst aus dem Körper geschleust werden um dem natürlichen Heilungsprozess den Boden zu ebnen. In einem gesunden Körper sollten alle Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, vollständig verdaut werden. Etwa die Hälfte davon werden als Nährstoffe aufgenommen, der Rest hingegen als Abfallprodukt ausgeschieden. Durch äußere negative Einflüsse wie Stress, seelische Belastung, schlechte Wetterbedingungen, ungeeignete Nahrung und Lebensgewohnheiten, werden nicht alle Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, vollständig aufgeschlossen oder ausgeschieden.

Die Folge ist, dass etwa nur ein Drittel der Nahrung verdaut wird und Nährstoffe aufgenommen werden konnten, das andere Drittel wird vollständig aufgespalten und schließlich als Abfallprodukt wieder aus dem Körper ausgeschieden. Das noch verbleibende Drittel bleibt in halbverdautem Zustand zurück. Aufgrund dieses Faulzustands kann der Körper es weder als Nährstoffquelle, noch als Abfallprodukt erkennen – daher wird es weder absorbiert noch ausgeschieden. Dieser Anteil verbleibt im Körper als ein unverdautes Produkt und produziert im Körper Giftstoffe – im Ayurveda “Ama” genannt.

Ama kann mit einer undurchdringlichen Mauer verglichen werden, die zwischen Medikamenten und dem Heilziel steht. Anfänglich können Medikamente diese durchdringen und eine temporär begrenzte Linderung bewirken. Doch mit zunehmender Belastung mit Ama schlagen diese nicht mehr an und der Heilungsprozess stagniert schließlich.

 

Agni

Im Ayurveda gibt es im Ernährungs- und Verdauungskontext ein anderes Phänomen von großer Bedeutung: “Agni“. Agni stammt aus dem Sanskrit und bedeutet “Feuer”, in diesem Zusammenhang ist jedoch das Verdauungsfeuer gemeint. Dieses biologische Feuer oder Verdauungsfeuer regt die Stoffwechselprozesse an, die während des Verdauungsvorgangs in unserem Körper stattfinden. Agni unterstützt dabei, dass Nahrung aufgespalten und eine perfekte Ausnutzung stattfinden kann. Im Ayurveda sagt man, dass ein Mensch so alt ist wie sein Agni, sein Verdauungsfeuer. Denn solange Agni in gutem Maße vorhanden ist, kann Ama im Körper nicht entstehen.

 

Ama und Agni

Ama kann mit einem Stück Butter verglichen werden, das fest und kompakt bleibt, solange es kühl gelagert wird. Sobald man die Butter in warmer Zimmertemperatur lagert, verändert sie ihren Aggregatzustand. Das gleiche gilt für starke Erhitzung in einer Pfanne, wo die Butter sofort zu schmelzen beginnt. Dieser Prozess ist vergleichbar mit Agni. Ein gesundes und starkes Agni bewirkt, dass Ama “schmilzt” und aus dem Körper gespült werden kann.

 

Wie wirkt sich Ama auf den Organismus aus?

Ama wird im Ayurveda als giftig, schwer, klebrig, faulig und übel riechendes Material im Organismus beschrieben. Ama kann neben falscher Ernährung und Genussgiften wie Alkohol, Drogen, Medikamente ebenfalls durch Bakterien verursacht werden. Bakterien gelten als giftige Organismen, die mit Ama verglichen werden können.

 

Wie äußert sich Ama im Körper?

  • Ekzeme
  • Psoriasis  (Schuppenflechte)
  • Zysten
  • Schwellungen
  • schmerzhafte, entzündliche oder geschwollene Gelenke
  • Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel)
  • verstopfte Arterien
  • Gefühl von Schwere und Antriebslosigkeit
  • Lethargie und Lustlosigkeit
  • unregelmäßiger Appetit
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Haut wirkt matt und fahl
  • Hautunreinheiten
  • Akne, Pickel
  • Verstopfung der Nebenhöhlen
  • Atembeschwerden
  • Verstopfung (Verdauung)
  • schlechte Verdauung
  • Aufgeblähter Bauch in Verbindung mit Gasbildung und Blähungen
  • metallischer Geschmack im Mund
  • weißer oder bräunlicher Belag auf der Zunge, vor allem am Morgen
  • schlechter, faulig oder übel riechender Atem und scharf stinkender Schweiß
  • Verstopfung, schlecht riechende Stühle
  • klebriger, schwerer Stuhl der Rückstände im Toilettenbecken zurücklässt
  • Mangel an geistiger Klarheit, Konzentration und Energie
  • Empfindung von Schwere in Bauch, Beinen oder dem gesamten Körper
  • Müdigkeit, obwohl ausreichend geschlafen wurde

 

Der von Ama befreite Körper

Sobald der Körper von Ama befreit wurde, berichten Patienten folgendes:

  • man fühlt sich morgens nach dem Aufwachen frisch, ausgeruht und vital
  • die Haut wirkt strahlend, gesund
  • Zunge nicht mehr belegt, sonder sauber und blassrosa
  • man fühlt sich generell leicht und unbeschwert
  • Beschwerden und Schmerzen sind gelindert oder verschwunden
  • kein Gefühl der Schwere, des Völlegefühls mehr
  • Glücksgefühle
  • Empfindung von energetischen Vibrationen im Körper
  • der Geist ist klar, frisch, konzentriert und motiviert
  • die Seele ist heiter und beschwingt

 

Diagnose und Behandlung von Ama

Um Ansammlungen von Ama erkennen zu können, sollte man einen ayurvedischen Arzt (Vaidya)  konsultieren, der mit Hilfe von Nadi Praksha, der Pulsdiagnose und gezielten Fragen spezifische Ergebnisse ermitteln kann. Nachdem Ama im Körper nachgewiesen wurde, sollte man am besten sofort mit der Behandlung und Ausleitung beginnen.

Erst wenn das Ziel des amafreien Organismus erreicht wurde, kann  mit der Behandlung der Haupterkrankung begonnen werden. Das Ausleiten von Ama findet mit der Stimulierung und Akkumulation von Agni statt. Die effektivste und bekannteste Behandlungsmethode ist Panchakarma, die ayurvedische Entgiftung. Doch auch ohne ärztliche Konsultation und Diagnose kann man etwas gegen Ama unternehmen.

Meiden Sie während der Entgiftungsphase:

  • kalte, kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol, Koffein und Tabak -übermäßigen Konsum von Milchprodukten
  • süße Früchte, gesüßte oder süße Nahrungsmittel und Speisen
  • Zucker, vor allem raffinierten Zucker
  • Fleisch, Fisch, Eier und alle tierischen Produkte
  • Weizenmehl, Weizenmehlprodukte, Gebäck, Kuchen, Brot etc.
  • trinken Sie viel abgekochtes, warmes Wasser – durch den Erhitzungsprozess wurde das Prinzip von Agni auf das Wasser übertragen
  • trinken Sie Kräutertee
  • bereiten Sie sich einen Tee aus frischem, geschälten Ingwer (Bio) und Zitrone mit Schale (Bio) um das Verdauungsfeuer anzufachen und Ama aus dem Körper zu leiten
  • würzen Sie Ihr Essen mit Gewürzen wie Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander
  • legen Sie den Würzschwerpunkt auf bittere, leicht würzige oder herbe Aromen
  • essen Sie Kitchari, ein aus zwei Getreidesorten bestehendes Gericht wie zum Beispiel aus Mung-Dal (gelbe Mungobohnen) und geschältem Reis oder geschältem Reis und Dal (geschälten Linsen) und einer besonderen Kräuter- und Gewürzmischung, die Sie bereits fertig in Bioqualität kaufen können.
  • Triphala (eine bewährte, natürliche Fruchtmischung aus drei Fruchtsorten (tri phala)) ist sehr zu empfehlen: Amla Frucht (Phyllanthus emblica) Haritaki (Terminalia chebula) Bibhitaki (Terminalia bellirica)
  • Falls Ama in hohem Maße vorhanden ist, sollte Pippali eingenommen werden. Pippali ist eine Heil- und Gewürzpflanze aus der Familie der Pfeffergewächse
  • Chayawanprash, eine eingekochte pflaumenmusähnliche Paste und nach einem 2000 Jahre alten Rezept hergestellt wird. Eine exotische Auswahl hocheffizienter Kräuter, Früchte und Gewürze wie Amla (indische Stachelbeerfrucht), lange Pfefferschoten, Sesamöl, Kardamon, Riesenkartoffeln, Bambus-Manna, indischer Kudzu, Winterkirschen, Spargel, Zimtborke, Dashmool (bengalische Quitte, Migräneborke, indische Trompetenblume, indische purpurrote Trompete, Trompete, Blaattbusch, Urara-Harz, indischer Nachtschatten, kleiner Nachtschatten, kleine Cacarripae, Kaschmir-Broke, Landmalven, wilde grüne Hülsenfrüchte, wilde schwarze Hülsenfrüchte, Galläpfel, Federblattpflanze, Rosinen, ceylonesische Kuhpflanze, irische Wurzel, chebulische Myrobalan-Pflaume, runder Gelbwurz, Nussgras, Wiesenbärenklau, blaue Seerose, Malabar-Nuss, Süßholz, Eis-Pflanze, Sandelholz, Gewürznelke, chinesischer Zimt, Indische Rosen-Kastanie, Zucker, Honig, geklärte Butter. Kaufen Sie das Produkt unbedingt in Bio-Qualität, da es im konventionellen Bereich üblich ist, mit Kaliumsorbat oder ähnlichem zu konservieren.
  • weitere Kräuter die bei der Ausleitung von Ama eingesetzt werden sind: Neem, Chitrak, Trikatu, Guduchi

 

Atemübungen entgiften und entsäuern

Richtiges Atmen entsäuert und entgiftet den Organismus auf effektive und natürliche Weise. Atemübungen wie die yogische Schnellatmung (Kapalabhati), Blasebalgatmung (Bhastrika) und Surya Bheda (Pranayamaübung, mit welcher der innere Sonnenkanal geöffnet wird),

 

Unterstützende Massagen

Abjhanga-Massage, eine Öl-Massage unterstützt den Organismus dabei, Ama auszuleiten

 

UNTERSTÜTZENDE Yoga-übungen

Yoga ist untrennbar mit dem Ayurveda verbunden und verwurzelt. Beim Sonnengruß (Surya Namskar) handelt es sich um einen sich immer wiederholenden Ablauf ausgesuchter Asanas, die den Körper stärken, Ama ausleitet und die Seele erhebt. 

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